Für
all diejenigen von Euch die ich auch Merris zulegen wollen
hier ein paar Tips.
Haltung
Meerschweinchen sind Sippentiere. Ein Meerschweinchen alleine
zu halten ist Tierquälerei. Auch ein Kaninchen oder der
Mensch können trotz intensiver Zuwendung kein Ersatz
für einen Artgenossen sein. Meerschweinchen leben am
liebsten in Gruppen zusammen. Wenn möglich sollte ein
Kleingruppe aus mindestens einem kastrierten Böckchen
und zwei Weibchen bestehen.
Meerschweinchen brauchen Platz. Handelsübliche Käfige
sind nicht geeignet, um ihren Bedürfnissen nach Bewegung
gerecht zu werden. Auch ein täglicher Auslauf für
ein paar Stunden ist nicht ausreichend um dies auszugleichen.
Das Mindestmaß eines Geheges für zwei bis drei
Meerschweinchen sollte 1,50m x 0,80m nicht unterschreiten.
Dieses kann man sehr abwechslungsreich gestalten mit zum Beispiel
einer zweiten Ebene, frischen Obstzweigen, Korkröhren
etc.
Meerschweinchen
sind Fluchttiere. Bieten Sie Ihren Meerschweinchen immer
genügend Möglichkeiten sich zu verstecken. Im
Handel gibt es verschiedene Häuschen. Vermeiden Sie
Häuschen mit kleinen Fensterlöchern. Meerschweinchen,
die noch klein sind springen gerne durch diese Öffnungen.
Sie merken allerdings nicht, dass sie auch wachsen und eines
Tages dafür zu groß sind und stecken bleiben.
Wenn ihnen dann nicht schnell genug geholfen werden kann
sterben sie qualvoll.
Meerschweinchen
sind Nagetiere. Meerschweinchen haben 20 Zähne, die
ständig nachwachsen. Durch Kau- und Nagebewegungen
reiben sich die Zähne ab. Deshalb ist es wichtig, dass
den Meerschweinchen immer genügend Heu, Zweige, Blätter,
Stroh, Grünfutter zu Verfügung steht. Es ist nicht
wichtig, dass sie harte Materialien zur Verfügung haben,
sondern vor allem, dass sie dauernd etwas zum Kauen haben.
Die im Handel üblichen Nager- und Knabberstangen sind
nicht sinnvoll, sie enthalten meist zuviel Zucker und machen
fett.
Meerschweinchen
sind keine Kuscheltiere, ja - viele mögen es nicht
einmal gestreichelt zu werden. Lassen Sie ihnen immer die
Möglichkeit weg zu rennen, wenn ihnen eine streichelnde
Hand zu viel wird. Um sie an Hände zu gewöhnen
gehen Sie ruhig und ohne hastige Bewegungen auf ihre Schweinchen
zu, füttern Sie sie aus der Hand und haben sie viel
Geduld.
Meerschweinchen
kosten Geld, machen Arbeit und Dreck. Der Kauf oder Bau
eines artgerechten Geheges kostet Geld! Auch ein Meerschweinchen
kann einmal krank werden. Eine Tierarztbesuch kostet ebenfalls
Geld, und das kann den Anschaffungspreis um vieles überschreiten.
Das Ausmisten macht Arbeit und nicht zu wenig. Das Beobachten
der Tiere nimmt Zeit in Anspruch, auch wenn wir als Tierliebhaber
lieber unsere Freizeit damit verbringen als fern zu sehen
;-) Meerschweinchen müssen rund um die Uhr versorgt
werden und wollen auch im Urlaub eine zuverlässige
Urlaubspflege haben.
Denken
Sie an all das, bevor sie sich für Meerschweinchen
entscheiden! Denken Sie auch daran, dass Kinder die alleinige
Verantwortung für diese Tiere nicht übernehmen
können, die Verantwortung liegt immer in den Händen
der Erwachsenen.
Ernährung
Grundnahrung für Meerschweinchen ist Heu!
Heu ist lebensnotwendig, es muss ständig zur Verfügung
stehen! Durch Heu wird der Zahnabrieb gefördert. Heu
regelt die Verdauung und ist lebensnotwendiger Ballaststoff.
Heu ist keine Futterzugabe, sondern wirklich das A und O
der Meerschweinchenernährung. Heu sollte qualitativ
hochwertig sein, d.h. es muss aromatisch riechen, eine grünliche
Farbe haben und sollte trocken sein. Denken Sie immer daran!
Wasser ist wie für jedes Lebewesen auch für Meerschweinchen
unerlässlich. Tonschalen werden gerne angenommen und
sind leicht zu reinigen. Bei den handelsüblichen Trinkflaschen
achten Sie bitte darauf, dass auch das Trinkrohr regelmäßig
gereinigt wird, z.B. mit einem Q-Tip oder Pfeifenreiniger.
Grünfutter
ist die Lieblingsspeise der Meerschweinchen. Sie fressen
gerne Möhren, Salat ( vermeiden sie Kopfsalat wegen
des hohen Nitratgehaltes), Kohlrabi, Gurken!, Äpfel,
Apfelsinen, Kiwis, Bananen, Tomaten, Gras, Löwenzahn!,
Wiesenkräuter, Broccoli, Petersilie, Sellerie, Fenchel,
rote Beete und vieles mehr.
Körnerfutter brauchen Meerschweinchen nicht wirklich.
Diese im Handel erhältlichen und für uns Menschen
so nett anzuschauenden Leckereien sind im Allgemeinen nicht
gesund. Es gibt jedoch Pelletfutter, welches durchaus in
Maßen gefüttert werden kann.
Meerschweinchen können selber kein Vitamin C produzieren.
Deshalb ist es wichtig eine ausreichende Versorgung sicher
zu stellen. Neben Vitamin C - haltigem Grünfutter kann
man spezielle Nagertropfen, die im Handel oder beim Tierarzt
erhältlich sind, aufs Futter oder ins Trinkwasser geben
oder das Trinkwasser mit Vitamin C anreichern. Allerdings
zersetzt es sich hier innerhalb weniger Stunden und muss
deshalb mit Zitronensäure stabilisiert werden.
Vorsicht!
Niemals dürfen Sie ihrem Meerschweinchen Tomatengrün,
keimende Kartoffeln, Kartoffelgrün (Alkaloide!), Gras
von Straßenrändern, Pflanzen, die mit Insektiziden
behandelt wurden, Speisereste, Küchenzwiebeln, Kakao
geben.
Achtung!
auch bei Zimmer-,Garten- und Balkonpflanzen! Sicherheitshalber
verhindern Sie grundsätzlich das Anfressen solcher
Pflanzen. Gefährlich sind unter anderem: Philodendron,
Efeu, Avocado (auch die Blätter), Palmfarne, Oleander
(Meerschweinchen lieben Oleander), Feuerdorn, Alpenveilchen,
Yucca, Drachenbaum, Schneeglöckchen, Narzisse, Buchsbaum,
Robinie, Gartenbohne, Azaleen, Eibe, Weihnachtsstern...die
Liste kann fast endlos weitergeführt werden.
Auch ätherische
Öle wie z.B. aus Wermut (Thujon), Poleiminze (Pulegon)
und Kampfer können Meerschweinchen gefährlich
werden. Es gibt Medikamente, die aus diesen Pflanzen zubereitet
werden!
Denken
Sie daran: Meerschweinchen verwerten Inhaltsstoffe von Pflanzen,
Gemüse und Früchten anders als Menschen.
Krankheiten
Meerschweinchen können so viele verschiedene Krankheiten
haben wie wir Menschen auch. Deshalb werden wir auf dieser
Seite keine Krankheiten und deren Behandlung aufzählen,
ebenso wenig wird es irgendwelche Medikamentenempfehlungen
geben. An welcher Krankheit das Tier erkrankt ist und wie
es dann zu behandeln ist kann nur ein Tierarzt vor Ort entscheiden.
Es gibt jedoch Empfehlungen zur Krankheitsvorsorge und einige
Tipps wie man Krankheiten erkennen kann. Aber auch diese
können hier keinesfalls vollständig aufgelistet
sein.
Wichtig
sind die täglichen und wöchentlichen Beobachtungen
und Kontrollen.
Gesundheitskontrollen:
Die tägliche Kontrolle ist am einfachsten bei der Grünfütterung.
Erscheinen alle Tiere am Fressplatz? Sind sie munter und
interessiert am Futter? Nur kranke Meerschweinchen werden
das Futter ignorieren.
Fressen die Tiere ordentlich? Kauen sie richtig oder lassen
sie das Futter wieder fallen? Ein Salatblatt sollte in Windeseile
im Mäulchen verschwinden und auch gut abgeschluckt
werden. Tut ein Tier das nicht, so könnte das eventuell
auf Zahnprobleme hinweisen. Hier ist sofort tierärztliche
Behandlung nötig.
Wöchentliche Gesundheitskontrollen:
Wie lang sind die Krallen? Sind sie schon eingerollt? Eventuell
müssen sie gekürzt werden. Lassen Sie sich die
Technik vom Tierarzt oder einer Person mit Meerschweinchenerfahrung
zeigen.
In welchem Zustand ist das Fell? Gibt es schon kahle Stellen?
Kratzen sich die Tiere häufig? Dies könnte auf
Parasitenbefall oder Pilzbefall hindeuten. Haarausfall an
den Flanken kann auf hormonell aktive Eierstockzysten hinweisen,
ebenso eine deutlich umfangsvermehrte Bauchregion. Suchen
Sie in diesen Fällen den Tierarzt auf.
Sind am Körper irgendwelche Knoten zu ertasten? Besonders
am Hals und Kinnbereich können Knoten auf Abzesse hinweisen.
Lymphknotenschwellungen können auch dort sowie in der
Leistengegend und in den Achselhöhlen auftreten. Auch
in diesen Fällen ist ein Tierarztbesuch schnellstens
anzuraten.
Sind die sichtbaren Zähne in Ordnung? Die Schneidezähne
müssen gerade und gleichmäßig abgeschliffen
sein. Eine Fehlstellung hier kann auch auf eine Fehlstellung
der Backenzähne hindeuten. Zahnfehlstellungen sind
oft schwer zu erkennen. Hinweise darauf können sein
a) eine feuchtes Kinn oder feuchte Maulecken b) das Fressverhalten
- das Meerschweinchen schafft es nicht, das Futter zu zerkauen
oder zu zermahlen c) beim Kauen kann ein Knirschen zu hören
sein d) auch Durchfall kann auf Zahnfehlstellungen hinweisen
e) Gewichtsabnahme, deshalb
Wie ist die Gewichtsentwicklung? Gewichtsabnahmen weisen
frühzeitig auf beginnende Krankheiten hin.
Hinweise
auf Krankheiten können außerdem sein:
Teilnahmslosigkeit, Appetitlosigkeit, Bewegungsunlust, Verhaltensänderungen
Knackende Geräusche beim Atmen, pumpende Atmung, Niesen,
Husten
Durchfall, Verstopfung
Gleichgewichtstörungen, Kopfschiefhaltung
Einige
Erste Hilfe - Maßnahmen:
Durchfall: kann verschieden Ursachen haben, ist aber in
jedem Fall behandlungsbedürftig. Sofort viel frisches
Heu geben. Frischfutter entziehen. Frisst das Tier nicht
oder ist keine Besserung zu sehen, sofort in tierärztiche
Behandlung.
Blähungen: äußern sich in Futterverweigerung.
Ursache ist sehr oft falsche Fütterung. Der Bauch ist
aufgegast und schmerzempfindlich beim Betasten. Die Atmung
ist beschleunigt. Häufig kommt es zu Atemnot und Kreislaufschwäche.
Blähungen sind lebensgefährlich! Als Sofortmaßnahme
eignet sich die Gabe von Sab simplex (0,5-1 ml 1:1 mit Wasser
verdünnen) Der Tierarztbesuch ist anzuraten, in schweren
Fällen dringend notwendig!
Wichtig! Meerschweinchen können ihre Krankheiten lange
verstecken. Oft sind sie schon im fortgeschrittenen Krankheitsstadium,
wenn wir ihr Unwohlsein entdecken. Handeln Sie schnell und
zögern sie einen Tierarztbesuch nie hinaus.
Biologiche Daten
durchschnittliche Lebenserwartung: 6 - 8 Jahre
Geburtsgewicht: ca. 40 - 100 g je nach Wurfgröße
Geschlechtsreife, männliche Tiere: ca. 4 - 8 Wochen,
Hodenabstieg ca. 6 Wochen
Geschlechtreife, weibliche Tiere: ca. 2 Monate
Brunstzyklus ca. alle 14 Tage
Trächtigkeitsdauer ca. 63 - 72 Tage
Öffnen der Augen bereits 14 Tage vor der Geburt
Blutmenge: ca. 6% des Körpergewichtes
Körpertemperatur: 37,8 - 39,5°C
Atemzüge: 100 - 150/min
Pulsfrequenz: 200 -250 (bis 380)
Normalblutdruck, systolisch 77
Normalblutdruck, diastolisch 47
Schweißdrüsen sind in der Ballenhaut ausgebildet.
Die Ohrhaut enthält Talgdrüsen.
Unter dem Haarwirbel im Bereich des Steißbeins liegt
das Drüsenfeld der Glandula caudalis (Kaudaldrüse
= Haar- und Talgfollikel).
Zwischen Anal- und Geschlechtsöffnung befindet sich
die Perinealdrüse
Je Kiefer zwei Schneidezähne und acht Backenzähne.
Insgesamt also 20 Zähne. Eckzähne fehlen.
Atmungssystem:
Die Luftröhre ist verhältnismäßig dickwandig.
Die Lungen umgeben das Herz fast vollständig. Das lymphatische
Gewebe ist in großer Menge vorhanden und zeigt eine
ungewöhnlich hohe Reaktionsfähigkeit auf verschiedene
Reize.
Schon bei geringfügiger äußerer Einwirkung
wie z.B. Staub vergrößern sich die lymphoiden
Knötchen.
Meerschweinchen sind anscheinend in der Lage große
Abschnitte der Lunge durch Kontraktion der Bronchien für
die Atmung auszuschalten.
Magen - Darm - Trakt:
Fassungsvermögen des Magens bei erwachsenen Tieren:
20 -30 ml
Darmlänge (Dünn- und Dickdarm) ca. 225 cm
Die Darmmuskulatur ist nur schwach ausgebildet, d.h. der
Transport der Nahrung geschieht hauptsächlich durch
Nachschub.
Wichtig! Meerschweinchen fressen ihren Blinddarmkot. Damit
können sie (und müssen) ihren Bedarf an B - Vitaminen
und Vitamin K decken. Blinddarmkot ist heller, weicher und
glänzend und wird oft direkt vom After aufgenommen.
Sinnesleistungen:
Sehvermögen: gut, Unterscheidung der Farben Rot, Gelb,
Grün und Blau.
Hörvermögen die Schnecke des Innnenohres weist
4 Windungen auf (2 1/2 beim Menschen)
Hörbereich 16 - 33 000 Hz
(Mensch: 20 000)
Geruchssinn
sehr gut, etwa 1000 mal besser als der Mensch
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